Unglaublich: In den USA haben es Ganoven geschafft, die Kreditkartendaten von 130 Millionen Verbrauchern zu hacken. Sie bedienten sich dabei auf illegale Art und Weise der Datenbanken von Händlern und Zahlungsverkehrsunternehmen. Der Schock sitzt tief: Wie sicher sind Kreditkarten wirklich? Was können Karteninhaber tun, um Missbrauchsrisiken zu minimieren und was ist im Notfall zu tun?
Die Kreditkarte ist aus der Konsumgesellschaft des 21. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken: Ganz gleich ob an der Tankstelle, im Restaurant oder Kaufhaus oder bei Zahlungen im Internet – Visa und Mastercard sind immer mit dabei. Die flächendeckende Präsenz des Plastikgeldes ruft immer mehr Kriminelle auf den Plan: Datenklau und Missbrauch werden häufiger.
So viel sei gesagt: Kreditkarten sind grundsätzlich ein sicheres Zahlungsmittel. Die Zahl der Betrugsfälle, bei denen tatsächlich ein Schaden für den Karteninhaber entstanden ist, hält sich im Vergleich zur Anzahl der im Umlauf befindlichen Karten in einem überschaubaren Rahmen.
Bei den meisten dieser Missbrauchsfälle entdecken Karteninhaber erst mit einiger Verzögerung, dass ihre Karte belastet worden ist. In diesem Fall ist sofort die kontoführende Bank zu unterrichten. Um den zeitlichen Abstand zwischen missbräuchlicher Verfügung und der Unterrichtung der Bank so gering wie möglich zu halten, sollten die Kartenabrechnungen regelmäßig geprüft werden. Es kann darüber hinaus nicht schaden, zwischen den Abrechnungsintervallen einen Blick ins Online-Banking zu werfen. Ist die Karte – etwa im Urlaub – abhanden gekommen, muss ohnehin sofort eine telefonische Kartensperrung erfolgen. Dazu steht aus Deutschland wie auch aus dem Ausland die internationale Sperr-Notrufnummer 116 116 zur Verfügung.
Prävention ist das beste Mittel
Um das Risiko von Kartenmissbrauch zu minimieren, sollten Verbraucher bei allen Transaktionen Vorsicht walten lassen. Etwa 70 Prozent der Betrugsfälle lassen sich durch einen sorgfältigen Umgang mit Karte und Pin verhindern. Bei Bargeldabhebungen sollten Karteninhaber deshalb während der Eingabe ihrer PIN die Tastatur entweder mit ihrem Geldbeutel oder mit der freien Hand verdecken. Auch sollte während des Abhebevorgangs niemand über die Schulter sehen können. Dazu reicht es bereits, ggf. einen angemessenen Sicherheitsabstand einzufordern. Keinesfalls sollten sich Karteninhaber während des Ausgabevorgangs ablenken lassen. Die Karte sollte immer im Blickfeld sein. Alle Alarmglocken sollten ertönen, wenn am Türöffner einer Filiale die Eingabe der PIN verlangt wird – es handelt sich dann definitiv um einen Betrugsversuch. Bankkunden sollten zudem immer darauf Acht geben, ob sich irgendwelche Manipulationen am Geldautomaten erkennen lassen. Dabei kann es sich um versteckte Mini-Kameras, Tastatur-Aufsätze etc. handeln. Kommt so etwas vor, sollte sofort die Polizei benachrichtigt werden.
Sicher zahlen im Handel und im Netz
Wer im Geschäft oder Restaurant mit der Karte zahlt, sollte stets bei dieser bleiben. Es ist in jedem Fall ratsam, es nicht zuzulassen, dass der Händler oder das Service-Personal mit der Kreditkarte verschwindet und nicht mehr im Blickfeld des Karteninhabers ist. Vor der Unterschrift unter einen Beleg ist dieser sorgfältig zu prüfen: Der Betrag muss stimmen -ein verrutschtes Komma kann sonst viel Ärger mit sich bringen. Einmal unterschrieben ist der Beleg gültig und der Karteninhaber muss zahlen. Wichtig ist es auch, dass auf dem Beleg keine freien Flächen mehr bestehen, auf denen sich nachträglich Zahlen einfügen lassen. Sollten solche Flächen bestehen, werden sie am besten einfach durchgestrichen.
Wer im Internet mit der Kreditkarte einkauft, sollte ebenfalls einige wesentliche Punkte beachten. Spätestens, wenn es ans Bezahlen geht, sollte die Internetverbindung verschlüsselt ablaufen. Eine Verschlüsselung erkennen Internetnutzer an einem Zusatz in der Adresszeile ihres Browsers: Diese beginnt dann mit „https“ anstatt einfach nur „http“. Einen seriösen Internetshop erkennen Verbraucher an einem ausführlichen und rechtsgültigem Impressum, an transparent abrufbaren AGBs und einem insgesamt vertrauenswürdigen Auftritt. Auch Zertifizierungsmerkmale wie etwa Gütesiegel der Marken „Trusted-Shops“ oder „Euro-Label“ sind ein Hinweis darauf, dass der betreffenden Seite vertraut werden kann.
Wer alle diese Sicherheitsvorkehrungen bei allen Transaktionen beherzigt, hat gute Chancen, vor Betrug geschützt zu sein.