Kreditkarten mit revolvierendem Kreditrahmen werden in Deutschland immer beliebter. Die Angebote unterscheiden sich jedoch immens. Von Gratis-Krediten bis hin zu Sollzinsen im Bereich von 26 Prozent gibt es auf dem Markt alles. Wo kann die Karte zur Kostenfalle werden und welche Banken bieten günstige Konditionen?
Kreditkarten mit eingebauter Teilzahlungsfunktion sind mehr als nur ein Zahlungsmittel – sie sind ein Ratenkredit im handlichen Brieftaschenformat. Anders als bei gewöhnlichen Kreditkarten müssen Karteninhaber die verfügten Saldi nicht einmal monatlich komplett begleichen. Es reicht, wenn ein gewisser Prozentsatz des in Anspruch genommenen Verfügungsrahmens getilgt wird. Je nach Bank sind das zwischen 1,5 und 10 Prozent.
Banken lassen sich die finanzielle Freiheit in einigen Fällen gut bezahlen. Wer die Teilzahlungsfunktion in Anspruch nimmt, muss dafür tief in die Tasche greifen. Die Sollzinsen vieler Kreditkarten liegen deutlich über denen eines durchschnittlichen Dispositionskredites. Die Barclays-Bank etwa erhebt 1,46 Prozent im Monat – das entspricht einem effektiven Jahreszins von über 18 Prozent! Bei der Credit Europe-Bank werden 14,99 Prozent im Jahr fällig, bei der Karstadt-Quelle-Bank sind es 16,9 Prozent.
Wer mit der Kreditkarte Bargeld abhebt und diese Verfügung ebenfalls in Raten zahlt, wird bei einigen Banken regelrecht abgeschöpft: Bei der luxemburgischen Advanzia-Bank etwa beläuft sich die Sollverzinsung für Bargeldvorschüsse auf 25,9 Prozent im Jahr! Je nach Auslegung der geltenden Rechtsprechung könnte ein solcher Zinssatz auch als Wucher interpretiert werden. Zum Vergleich: Ein Dispositionskredit kostet in Deutschland gegenwärtig rund 11,6 Prozent Zinsen im Jahr.
Der sorglose Einsatz kann in die Schuldenfalle führen
Ein sehr hoher Sollzins in Kombination mit einer langsamen Tilgung macht Konsumschulden zum Dauerzustand, wenn Verbraucher nicht aufpassen. Wer Schwierigkeiten damit hat, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten, ist jedenfalls gefährdet. Das folgende Rechenbeispiel soll dies verdeutlichen: Ein Kreditkartensaldo über 4.000 Euro, der mit 19 Prozent im Jahr verzinst ist und bei dem 120 Euro monatlich getilgt werden, ist erst nach knapp vier Jahren abbezahlt. Dabei wird vorausgesetzt, dass während dieser ganzen Zeit auch wirklich 120 Euro gezahlt werden und keine weitere Verfügung erfolgt. Bei dem oben erwähnten Zinssatz von 25,9 Prozent würde es sogar mehr als viereinhalb Jahre dauern, bis der 4.000-Euro-Rahmen wieder zurückgeführt ist.
Es gibt auch günstige Angebote
Nicht alle Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion aber sind Kosten- und Schuldenfallen. Der Markt zeigt sich in diesem Bereich außergewöhnlich heterogen. Die Santander-Bank etwa verlangt nur etwas mehr als 10 Prozent Zinsen bei Nutzung der Teilzahlungsfunktion und stellt Neukunden immerhin 2.000 Euro sogar 6 Monate lang kostenfrei zur Verfügung. Bei der ING-Diba werden mit 10,9 Prozent ebenfalls weniger Zinsen erhoben als bei einem durchschnittlichen Dispo auf dem Girokonto. Dazu gibt es noch eine Gutschrift für jeden Einkauf ab 50 Euro. Günstige Revolving-Cards mit einem vertretbaren Zinssatz können eine Bereicherung sein und stellen einen Vorteil gegenüber der Nutzung des Hausbank-Dispos dar. Grund sind auch die Bonusprogramme, die jeden Umsatz honorieren. Dadurch können gerade bei größeren Anschaffungen erhebliche Benefits realisiert werden.
Fazit:
Revolving Cards sind sehr praktische Finanzprodukte. Da der Markt in Deutschland aber noch recht jung ist, sind die Unterschiede zwischen den Anbietern sehr groß. Ein Vergleich ist deshalb besonders wichtig!